Walter Stieffenhofer hat den BVBC in seinen frühen Jahren in mehreren Funktionen mitgeprägt. Bei einem Besuch in der Bonner Geschäftsstelle berichtete das Gründungsmitglied von Aufbauarbeit im Verband, berufspolitischem Engagement und Einsätzen nach der Grenzöffnung 1989. Der Besuch zeigt, wie eng die Geschichte des Berufsstands mit einzelnen Persönlichkeiten verbunden ist.
Im Jubiläumsjahr 2026 sucht der BVBC nach Erinnerungen, Dokumenten und persönlichen Geschichten aus 50 Jahren Verbandsgeschichte. Am 19. März besuchte BVBC-Mitglied Walter Stieffenhofer die Geschäftsstelle in Bonn-Beuel. Dort traf er Geschäftsführer Kenan Häberle sowie einige hauptamtlich Mitarbeitende und brachte Unterlagen und Erinnerungsstücke aus den Anfangsjahren des BVBC (damals noch BVBB) mit.
Früher Einstieg in den Verband
Stieffenhofer gehörte nicht zur unmittelbaren Gründungsversammlung des BVBB, im Jahr 1976 stieß er aber schon wenige Tage später zum Verband. In den folgenden Jahren übernahm er mehrere Aufgaben. Er war stellvertretender Vorsitzender, Schatzmeister und später der erste hauptamtliche Geschäftsführer des Verbands, nachdem er diese Funktion zunächst ehrenamtlich ausgeübt hatte. Außerdem zählte er zu den Mitgründern des bis heute bestehenden Arbeitskreises Selbstständige Bilanzbuchhalter und leitete ihn als erster Arbeitskreisleiter.
Berufspolitik und erste Kongressformate
Beim Besuch erinnerte Stieffenhofer auch an die berufspolitischen Themen der Anfangsjahre. Gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Udo Binias und Herrn Dr. Frost aus dem damaligen Finanzministerium setzte er sich früh für eine Erweiterung der Befugnisse des Berufsstands ein. Mit dem Umzug der Geschäftsstelle von Brühl in das ehemalige Konrad-Adenauer-Haus in Bonn verband sich aus seiner Sicht die Hoffnung auf politischen Rückenwind. „Im Konrad-Adenauer-Haus befand sich die Bundesgeschäftsstelle der CDU. Wir dachten damals, jetzt haben wir den Durchbruch für unsere Forderungen und sitzen an der Quelle“, sagte Stieffenhofer, „leider haben sich die damit verbundenen Hoffnungen zum größten Teil bis heute nicht erfüllt.“
Ein weiterer Meilenstein war der „Erste Deutsche Bilanzbuchhaltertag“, den Stieffenhofer im Maternushaus in Köln organisierte. Nach seiner Erinnerung nahmen rund 150 Personen teil. „Kongresse gab es später weiter, aber den Bilanzbuchhaltertag in dieser Form leider nicht mehr“, so Stieffenhofer.
Aufbauarbeit nach der Grenzöffnung
Besonders eindrücklich waren seine Berichte aus der Zeit nach der Grenzöffnung 1989. Stieffenhofer half damals beim Aufbau von Buchhaltungsstrukturen in Ostdeutschland. Er wirkte unter anderem am Aufbau des Rechnungswesens (Finanzbuchführung, Lohn- und Gehaltsabrechnung) im damaligen Außenhandelsministerium in der Berliner Friedrichstraße mit, schulte Mitarbeitende in der Finanzverwaltung, baute in einem Leipziger Großhandelsunternehmen ein Warenwirtschaftssystem auf und übernahm die Lohn- und Gehaltsabrechnung in der ungarischen Botschaft in Berlin.
„Viele unserer Mitglieder waren damals in Ostdeutschland unterwegs, um dort als Unternehmensberater kaufmännische Verwaltungen aufzubauen“, sagte Stieffenhofer, „die Qualifikation als Bilanzbuchhalter war die ideale Voraussetzung für diese Tätigkeit.“ Stieffenhofer war damals beruflich viel unterwegs – mit dem Flugzeug, dem Auto und manchmal auch mit einem Siemens-Koffertelefon.
Erinnerungen mit persönlichem Gewicht
Neben seinen Schilderungen brachte Stieffenhofer auch Gegenstände aus der frühen Verbandszeit mit nach Bonn, darunter seinen alten Mitgliedsausweis, einen BVBB-Wimpel und eine BVBB-Schreibtischuhr. Sie veranschaulichen die Anfänge des Verbands. Im Mittelpunkt des Besuchs stand jedoch seine persönliche Bilanz. „Die Tatsache, dass ich in der Kölner Steuerfachschule in Koblenz von Prof. Dr. Endriss zum Bialnzbuchhalter ausgebildet wurde und vor allem mein Eintritt in den BVBB haben mein ganzes Berufsleben geprägt und begleitet und die wirtschaftliche Existenz meiner Familie maßgeblich bis heute beeinflusst“, sagte Stieffenhofer.
Der Besuch macht deutlich, dass Verbandsgeschichte nicht nur in Protokollen und Beschlüssen fortlebt. Sie zeigt sich auch in Berufswegen wie dem von Walter Stieffenhofer, der den BVBC über viele Jahre aktiv mitgestaltet hat.
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