Fünfzig Jahre BVBC stehen für fachliche Entwicklung, berufliche Orientierung und den kontinuierlichen Austausch unter Fachkräften im Rechnungswesen. Zum Jubiläumsjahr macht der BVBC diese persönliche Dimension bewusst sichtbar – mit Begegnungsgeschichten aus dem Kreis seiner Mitglieder.
Eine dieser Geschichten stammt von Christiane Jentzsch aus dem BVBC-Landesverband Norddeutschland. Sie ist seit 2009 Mitglied im Verband und erinnert sich an eine Phase tiefgreifender beruflicher Veränderungen: die verpflichtende Umstellung von der kameralen Buchführung auf die doppelte Buchführung im öffentlichen Rechnungswesen.
Fachliche Unsicherheit als gemeinsame Herausforderung
Die Reform war von erheblicher Unsicherheit geprägt. Einheitliche Vorgaben fehlten, ein etablierter Kontenrahmen stand nicht zur Verfügung und belastbare Praxiserfahrungen waren kaum vorhanden. Viele Fachkräfte sahen sich mit komplexen Fragestellungen konfrontiert, ohne auf klare Orientierung zurückgreifen zu können. Für Jentzsch wurde der fachliche Austausch im BVBC in dieser Situation zu einem entscheidenden Anker. Im damaligen Arbeitskreis Öffentliches Rechnungswesen traf sie auf Kolleg:innen mit vergleichbaren Herausforderungen. Der gemeinsame Austausch half, Probleme einzuordnen, Erfahrungen zu bündeln und tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln.
„Plötzlich war man nicht mehr allein“
So beschreibt Jentzsch rückblickend ihre Erfahrung:
„Ab 2006 war mein Arbeitgeber verpflichtet, von der HGB-Buchführung auf Doppik umzustellen. Das war nicht einfach und auch nicht sofort umsetzbar. Doppik war relativ neu und weder mein Vorgesetzter noch die Kämmerei des Landkreises konnten wirklich weiterhelfen. Der Softwareanbieter hatte damals ebenfalls noch keinen passenden Kontenrahmen. Es konnte nur eine Übergangsregelung bis 2009 erwirkt werden.
In dieser Situation hat es mir unglaublich geholfen, Frau Frye-Grunwald kennenzulernen, die die Umstellung auf Doppik in Salzgitter bereits umgesetzt hatte. Sie organisierte Treffen im Arbeitskreis Öffentliches Rechnungswesen. Plötzlich war man nicht mehr allein mit dem Thema Doppik – und auch nicht schuld daran, dass es keine einheitlichen gesamtdeutschen Regelungen gab. Der Austausch mit Fachkräften aus anderen Kommunen und kirchlichen Einrichtungen war eine sehr praktische Hilfe. Dafür bin ich bis heute dankbar.“
Aus anfänglicher Unsicherheit entstand fachliche Orientierung – getragen von kollegialem Austausch, gemeinsamem Lernen und der Bereitschaft, Wissen offen zu teilen.
Räume für Austausch – gerade im Wandel
Diese Begegnungsgeschichte steht stellvertretend für viele Erfahrungen im BVBC. Der Verband bietet Räume, in denen Fachwissen weitergegeben, Praxiserfahrungen geteilt und berufliche Netzwerke gestärkt werden – insbesondere in Phasen des Wandels und der Neuorientierung.
Auch weiterhin lädt der BVBC seine Mitglieder ein, Teil dieser Jubiläumsgeschichten zu werden. Wer eine prägende Begegnung, einen besonderen fachlichen Austausch oder einen persönlichen BVBC-Moment teilen möchte, ist eingeladen, einen Beitrag für das Jubiläumsjahr einzureichen. So entsteht Schritt für Schritt ein Jubiläum mit Tiefe – getragen von den Menschen, die den BVBC seit fünfzig Jahren prägen.
Ihre BVBC-Geschichte für das Jubiläumsjahr
Fünfzig Jahre BVBC leben von den Menschen dahinter. Teilen Sie Ihre Erinnerungen, besonderen Momente, Fotos oder Wünsche zum Verband. Aus vielen Stimmen entsteht im Jubiläumsjahr ein gemeinsames Bild.
Ganz einfach per E-Mail: kontakt@bvbc.de



