Bei der Klausurtagung der ULA am 11. Dezember 2026 in Berlin standen die politische Arbeit 2025 und die strategische Standortbestimmung für das Jubiläumsjahr 2026 im Mittelpunkt: Der Führungskräfteverband will seine Rolle als naher Ansprechpartner der Politik weiter schärfen – und feiert am 20. Mai 2026 im Rahmen des Deutschen Führungskräftetags sein 75-jähriges Bestehen.
Bei der Mitgliederklausurtagung des Deutschen Führungskräfteverbands ULA in Berlin ging es um einen Rückblick auf die Verbandsarbeit 2025 und um die Frage, wie die ULA ihr Profil in den kommenden Jahren weiter schärfen will. Als Mitgliedsverband war auch der BVBC vertreten; Geschäftsführer Kenan Häberle nahm vor Ort an der Klausur teil. 2026 steht dabei unter besonderem Vorzeichen: Zum 75-jährigen Bestehen verbindet die ULA das Jubiläum mit dem Deutschen Führungskräftetag am 20. Mai 2026 in Berlin.
Auftakt am Vorabend: Impuls zur politischen Lage
Bereits am Vorabend der Klausurtagung kamen die Vertreter:innen der Mitgliedsverbände zu einem gemeinsamen Abendessen zusammen. Einen inhaltlichen Akzent setzte dabei Simon Steinbrück, Chefvolkswirt und Geschäftsführer Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik beim Wirtschaftsrat der CDU, dessen Einordnung der aktuellen politischen Lage den Auftakt für eine lebhafte Diskussion bildete. Steinbrück skizzierte aus seiner Sicht, welche Schritte jetzt notwendig sind, und ging anschließend mit den Teilnehmenden in den Austausch.
Rückblick 2025: Nah an Gesetzgebung, schnell in der Einordnung
Hauptgeschäftsführer Michael Schweizer gab den Vertreter:innen der Mitgliedsverbände einen Überblick über Schwerpunkte und Aktivitäten der ULA im laufenden Jahr. Die Rolle, die dabei immer wieder sichtbar wird: Die ULA ist als Dachverband ein politisches Frühwarnsystem für führungsrelevante Gesetzesvorhaben – und zugleich ein Kanal, über den Positionen gebündelt in die Hauptstadtkommunikation getragen werden.
In den Arbeitsphasen der Klausur wurde diese Stärke ausdrücklich bestätigt: Besonders in politischem Screening und in der Geschwindigkeit, relevante Vorhaben zu identifizieren, gilt die ULA als schlagkräftig. Von frühen Arbeitspapieren und Referentenentwürfen bis hin zu laufenden parlamentarischen Verfahren werden Auswirkungen auf Führungskräfte frühzeitig eingeordnet, Argumentationslinien abgestimmt und – wenn nötig – in fundierte Stellungnahmen übersetzt. Dass die ULA diesen Anspruch nicht nur proklamiert, sondern strukturell abbildet, zeigen die veröffentlichten Positionspapiere und Stellungnahmen zu Gesetzgebung und aktuellen politischen Fragen.
Strategiearbeit in Kleingruppen: Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken
Ein zweiter Schwerpunkt der Klausurtagung lag auf der gemeinsamen Standortbestimmung: In Kleingruppen analysierten die Mitgliedsverbände Stärken und Schwächen der ULA sowie Chancen und Risiken – mit dem Ziel, Positionierung und Profil als Vertretung der Führungskräfte in Deutschland weiter zu schärfen.
Diese Profilarbeit ist eng mit dem Selbstverständnis der ULA als politisches Sprachrohr der Führungskräfte verbunden. Unter dem Dach der ULA sind rund 70.000 Führungskräfte in 14 Mitgliedsorganisationen zusammengeschlossen. Der Verband setzt dabei nicht nur auf klassische Stellungnahmen, sondern auch auf Dialogformate mit Politik und Stakeholdern – etwa über die Veranstaltungsreihe „Politik-Dialog“, die den Austausch zwischen Führungskräften der Wirtschaft und Bundestagsabgeordneten vertiefen soll.
BVBC-Perspektive: Führungspolitik trifft Finance-Praxis
BVBC-Geschäftsführer Kenan Häberle unterstreicht die Bedeutung des Formats für den Verband – nicht als Routine-Netzwerktermin, sondern als politisch relevante Arbeitsplattform:
„Der Austausch mit den anderen Verbänden ist für den BVBC sehr bereichernd – weil dort früh sichtbar wird, welche Themen politisch auf die Führungspraxis durchschlagen. Dieser Blick über den Tellerrand hilft, eigene Positionen schneller zu schärfen und anschlussfähig zu formulieren.“
Für den BVBC ist die ULA damit ein strategischer Partner, um berechtigte Interessen von Mitgliedern wirksam zu vertreten. Bilanzbuchhalter:innen und Controller:innen übernehmen in Unternehmen häufig Verantwortung an Schnittstellen, an denen sich Politik in operativen Druck übersetzt: Arbeitsmarktregeln, Sozialabgaben, Altersvorsorge, Berichtspflichten, Haftungs- und Governance-Themen – und nicht selten auch steuerpolitische Änderungen, die unmittelbare Relevanz für die Praxis von Finance-Fachkräften haben. In diesem Sinne ist „Führungskräftepolitik“ für viele BVBC-Mitglieder kein abstraktes Dachthema, sondern Alltagsrealität.
Dass die ULA-Bühne für den BVBC keine Randnotiz ist, zeigte bereits der Deutsche Führungskräftetag 2025: BVBC-Präsident Guido Großholz war dort bei einem Diskussionspanel vertreten und brachte Perspektiven aus Finanz- und Rechnungswesen in die Debatten ein.
2026: Jubiläum im Rahmen des Führungskräftetags
Der Blick nach vorn ist klar terminiert: Der nächste Deutsche Führungskräftetag ist für den 20. Mai 2026 in Berlin angekündigt; die ULA verknüpft das Treffen mit ihrem 75-jährigen Jubiläum. Inhaltliche Details zum Programm sind noch nicht veröffentlicht, die Terminsetzung unterstreicht jedoch die Stoßrichtung: Jubiläum nicht als Rückschau, sondern als Anlass, Rolle und Angebot des Verbands für die kommenden Jahre zu schärfen – gerade in einem Umfeld, in dem Führung zwischen Transformation, Fachkräftemangel, Regulierung und gesellschaftlicher Erwartungshaltung stärker unter Druck steht.
ULA-Geschäftsstelle: Personelle Erneuerung und ein Abschied nach Jahrzehnten
Auch organisatorisch befindet sich die ULA in Bewegung. Die Geschäftsstelle wurde zuletzt personell verstärkt – ein Schritt, der zusätzliche Perspektiven und Kompetenzen in die Verbandsarbeit bringt.
Gleichzeitig verabschiedet sich eine prägende Figur: Ludger Ramme, langjährig in den Führungskräfteverbänden tätig, ist nach mehr als drei Jahrzehnten in den verdienten Vorruhestand gewechselt.
Die Klausurtagung hat damit vor allem eines gezeigt: Die ULA will ihre Rolle als politisch wirksame Stimme von Führungskräften weiter präzisieren – mit schneller Einordnung, fundierten Positionen und einem noch klareren Profil für 2026 und darüber hinaus.




