Weiterbildung/neue Bildungssysteme Berufsbilder: Bilanzbuchhalter und Controller

Leitsatz

Der Weiterbildungsbedarf der Wirtschaft wird auch in der Zukunft durch eine flexible Aufstiegsfortbildung und Anpassungsfortbildung abgedeckt. Der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. steht mit seinen Experten bereit, diese Veränderungen mitzugestalten.

Entwicklungstendenzen

Die Entwicklungstendenzen der Bilanzbuchhalters und Controllers werden geprägt durch wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Aspekte. Globalisierung und Internationalisierung bedingen Fremdsprachenkompetenz und nach Möglichkeit Auslandserfahrung, sowie Kenntnisse und praktische Erfahrungen im interkulturellen Management.

Soziale Kompetenz, Coaching und Teamfähigkeit sind wesentliche Merkmale progressiven Führungsverhaltens. Die Werkzeuge Informations- und Kommunikationstechnologie müssen beherrscht werden. Der Bilanzbuchhalter und Controller als Manager bündelt die Funktionen des Organisations-, Prozess-, Projekt- und Personalmanagements.

Durch dieses fachlich breit gefächerte Know how wird der Bilanzbuchhalter und Controller zum Generalist eines jeden Unternehmens. Als unverzichtbarer Berater steht er der Unternehmensführung eng zur Seite. Er ist "Dienstleister/Berater" im Unternehmen.

Tätigkeitsfelder

Neben den traditionellen Tätigkeitsfeldern der Bilanzbuchhalter und Controller sehen wir für die Zukunft weitere Tätigkeitsfelder auf dem Sektor Unternehmensmanagement. Dazu gehören:

  • Geschäftsführung bei Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
  • Coach und Trainer innerhalb des Unternehmens
  • Organisation des Wissensmanagements
  • Erhalten der Konkurrenzfähigkeit durch Innovationsmanagement - dazu gehören Aufnahme neuer Trends und Nutzbarmachung für das Unternehmen
  • (Multi) nationale Cashmanagementsysteme mit Risikomanagement, Portfolioanalyse sowie die Vorbereitung von Börsengängen

Konsequenzen

Die Halbwertzeit des Wissens wird infolge rapider Globalisierung und Internationalisierung in den nächsten Jahren ständig sinken. Eine rasche Veränderung in der Konzeption der Aufstiegs- und Anpassungsfortbildung ist unabdingbar.

Die Aufstiegsfortbildung soll lediglich die Kernqualifikationen vermitteln. Alle anderen Qualifikationen sollen dann nur noch als Wahlfachqualifikationen (Modulhafter Aufbau) vermittelt werden.

Dies erfordert speziell auf den Bilanzbuchhalter und Controller zugeschnittene Lehrgänge und Seminare. Als Beispiel sei hier – ohne Präjudiz - der Euro-Bilanzbuchhalter genannt. Weitere Möglichkeiten sind Bilanzbuchhalter mit Zusatzausbildung in den Bereichen Office-Management und Netzwerkmanagement, Cashmanagement sowie Controller mit Zusatzausbildung in speziellen Controllinginstrumenten und Unternehmensführung.

Der BVBC muss sein "Life Long Learning"-Weiterbildungsprogramm überarbeiten und den zukünftigen Anforderungen anpassen. Gefordert werden ziel- und sachorientierte, bausteinmäßig aufbauende Weiterbildungsmodule für Bilanzbuchhalter und Controller. Darüber hinaus muss der BVBC ein Qualifizierungssystem entwickeln, welches einerseits den vom BVBC weitergebildeten Mitgliedern diese Weiterbildung bestätigt und andererseits so konzipiert ist, dass der Arbeitsmarkt und die Arbeitgeber die Qualifizierung anerkennen. Denkbar wären Verbandsseminare mit Qualifizierungspunken, die über einen eingegrenzten Zeitraum vom Mitglied durch Teilnahme erarbeitet werden müssen und vom BVBC zertifiziert werden. Eine Abstimmung mit der Bundesanstalt für Arbeit, dem DIHT sowie dem Bundesinstitut für berufliche Bildung (BiBB) wird als erforderlich erachtet.

 

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