„Zahlen, bitte“ – das ist nicht immer der Ruf nach dem Kellner. Sondern das Jobmotto von Controllern und Finanzmanagern. (Teil 2)
Anspruchsvolle Schwerpunkte
Noch ein paar Zahlen dazu? „Ich orientiere mich an der Zahl drei“, sagt Renate Adler, Leiterin des Arbeitskreises Controlling beim Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC) auf die Frage, wie viele Praktika sich im Lebenslauf eines Absolventen gut machen. „Das hängt aber natürlich auch vom Zeitfenster und den Aufgaben ab“, erläutert sie. „Ein Beispiel: Ein zwölfmonatiges Praktikum mit verschiedenen Themenschwerpunkten in einem Konzern und dessen Tochterfirmen wird meist höher bewertet als drei kurze Praktika mit immer dem gleichen Anforderungsprofil. Es sei denn, man wird genau in diesem Segment eingesetzt.“
Personalberater Alexander Walz bestätigt: „Bei einem guten Kandidaten sollten es mindestens zwei relevante Praktika im Bereich Controlling und Finanzen mit einer Dauer von mindestens drei Monaten sein.“
Dann stellt sich die Frage, was Unternehmen von Bewerbern – außer erster Berufserfahrung – erwarten. Die Antwort darauf fällt erwartungsgemäß aus: ein Wirtschaftsstudium, möglichst mit Finance-Schwerpunkt. Alexander Walz von Conciliat konkretisiert: „Bei den Schwerpunkten im Studium zählen besonders Controlling und Steuern, also die anspruchsvollen. Nicht Marketing oder etwas Ähnliches.“ Er räumt aber ein: „Oftmals wichtiger als die Studienschwerpunkte sind Persönlichkeit und Praxiserfahrung eines Bewerbers.“ Persönlichkeit bedeute für ihn auch, rechtzeitig in die Praxis zu gehen und dort zu lernen, Lösungen für Probleme zu finden. Personalberater Walz: „Von einem 22-jährigen Bachelor-Absolventen können Sie das nicht unbedingt erwarten.“
Bachelor oder Master
Bachelor und Master – sind die Abschlüsse nun akzeptiert oder gibt es Bedenken? „Das hängt davon ab, in welchem Unternehmen man sich um welche Position bewirbt“, sagt Renate Adler vom BVBC. Bei Führungspositionen in mittleren und großen Unternehmen haben Absolventen mit höherem Abschluss, also dem Master, wesentlich bessere Chancen. In kleineren Unternehmen und in Mitarbeiterposition werden auch Bachelor-Abschlüsse nachgefragt.“ Georg Albes von Robert Half International bestätigt: „Die Bachelor- und Master-Abschlüsse werden von den Unternehmen für Positionen im Finance-Bereich akzeptiert. Der Master ist nicht für alle Positionen zwingend notwendig.“
Und welche Soft Skills sind im Finance besonders gefragt? Alexander Walz winkt ab. „Soft Skills ist ein strapazierter Begriff. Ich würde vielmehr sagen, dass ein gewisses Maß an Benimm im alten Sinne immer gut ankommt. Dazu zählen Höflichkeit und Pünktlichkeit. Möchten Sie ein Beispiel aus der Praxis?“ Gerne. „15 Minuten zu spät zum Vorstellungsgespräch sind aus meiner Sicht genauso schlecht wie 15 Minuten zu früh. Denn das Arbeitsleben von Managern und Personalchefs ist durchgetaktet. Wenn der Bewerber dann plötzlich eine Viertelstunde zu früh in der Tür steht und der Manager in dieser Zeit noch etwas Dringendes erledigen wollte, dann ist der Bewerber in diesem Augenblick zunächst einmal ein gewisser Störfaktor. Das ist keine gute Grundlage für ein Vorstellungsgespräch.“
Den vollständigen Artikel mit Teil 1 und 3 können Sie unter folgendem Link von Staufenbiel nachlesen : http://www.staufenbiel.de/publikationen/karrieremagazin/ausgabe-22010/branchenportraet-finance.html








