Arbeitskreis Öffentliches Rechnungswesen und Controlling

Der Arbeitskreis wurde mit der Gründungsveranstaltung am 18. September 2005 in Bonn ins Leben gerufen. Anlass und Thema des Arbeitskreises ist die Umgestaltung des Haushaltsrechts in Kommunen. Das bisherige zahlungsstromorientierte Rechnungswesen (Kameralistik) soll von einem ressourcenorientierten Rechnungswesen (Doppik) abgelöst werden.

Ausgangspunkt der Reform war das Bestreben zahlreicher Kommunen, künftig ihre Verwaltung primär nach betriebswirtschaftlichen Methoden und nicht - wie bisher - nur am Gesetzesvollzug auszurichten. Ziel dieser Kommunen war es, einen wirtschaftlicheren und stärker ergebnisorientierten Umgang mit den knapper werdenden Haushaltsmitteln zu erreichen. Zugleich wollten sie ihre Verwaltungen von Behörden zu Dienstleistern umwandeln.

Das neue kommunale Rechnungswesen lehnt sich sehr stark an die kaufmännische doppelte Buchführung (Doppik) an. Aufgrund der im Vergleich zu Industrieunternehmen anderen Zielsetzung und anderer - auch gesetzlich verankerter - Bedürfnisse einer Kommune, sind die Regelungen des HGB nicht eins zu eins übernommen worden. Da das kommunale Haushaltsrecht zur alleinigen Gesetzgebungskompetenz der Länder gehört, konnte die Musterentwürfe der Innenministerkonferenz von November 2003 nur als Empfehlung dienen. Die Einführung der Reform ist ausschließlich Sache der einzelnen Länder, die damit die regionalen Gegebenheiten berücksichtigen müssen. 

Die Arbeit des Arbeitskreises war im Jahr 2009 geprägt durch das Projekt "Praxisprobleme in der länderspezifischen Umsetzung der Gemeindeordnungen". Die Auftaktveranstaltung zu dem Projekt fand bereits im November 2008 in Berlin statt. Erste Ergebnisse aus dem Projekt konnten im März 2009 in Potsdam (im Rathaus der Stadt) und im September 2009 in Leipzig (in den Räumen von Schüllermann Consulting) präsentiert werden. Der Arbeitskreis baut in seiner Arbeit auf den Auswertungen des Rechtsvergleichs der KGSt und Bertelsmann Stiftung auf. Herr Glöckner, Dt. Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer stellte die Ziele und inhaltlichen Schwerpunkte des Forschungsvertrags vor. Die Einführung des Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens in Deutschland soll konstruktiv begleitet und auf die Standardisierung hingewirkt werden, so dass künftig interkommunale Vergleichbarkeit gewährleistet werden kann. Durch die große Heterogenität wird die Vergleichbarkeit derzeit sehr stark beeinträchtigt. Der Arbeitskreis beleuchtete in den Treffen verschiedene Spezialthemen und deren buchungstechnische Umsetzung für einzelne Bundesländer. Insbesondere werden die länderspezifischen Regelungen zum Haushaltsausgleich und deren Auswirkungen beleuchtet.

Die Ergebnisse zur Modernisierung des Haushaltsgrundsätzegesetz (HGrG) werden durch den Arbeitskreis inhaltlich verfolgt. Ein Gremium zur Standardisierung des staatlichen Rechnungswesens der Länder und des Bundes erarbeitet einheitliche Konten- und Produktpläne. Es wird angestrebt, vor Veröffentlichung eine fachliche Stellungnahme dazu abzugeben.

Die Treffen des Arbeitskreises sind außerdem geprägt von verschiedenen Praxisberichten kommunaler Praktiker.

Das Präsidium des BVBC hat sich dafür ausgesprochen, Absolventen der Fortbildung zum kommunalen Bilanzbuchhalter aufzunehmen. Da Inhalt und Umfang je nach Bildungsträger sehr stark abweichen, ist eine Standardsetzung erforderlich. Ein entsprechender Rahmenstoffplan wird derzeit erarbeitet und eine Zertifizierung durch den BVBC angestrebt.

Unsere Ziele sind:

Der Arbeitskreis hat sich folgende Ziele gesetzt:

  • Erfahrungsaustausch und Workshops
  • Wissenstransfer
  • Networking
  • Interne Schulungen
  • Transparenz
  • Stellungnahmen zu länderübergreifenden Themen    

Aktivitäten / Termine

Das nächste Arbeitskreistreffen des Arbeitskreises "Öffentliches Rechnungswesen und Controlling" findet am 16. Juni 2012 in der BVBC-Bundesgeschäftsstelle in Bonn statt.

Die Einladung sowie die Tagesordnung finden Sie unter dem Punkt Veranstaltungen.

Ansprechpartner

Leiterin des Arbeitskreises:

Brunhilde Frye-Grunwald
Zur Rast 22
38271 Baddeckenstedt
Tefefon: 0 53 45 / 4 93 95 43
Mobil: 01 70 / 4 55 21 63
E-Mail: frye.brunhildet-online.de

Brunhilde Frye ist BVBC-Mitglied und Koordinatorin im Projekt Doppik der Stadt Salzgitter.

Stellvertretende Leiter des Arbeitskreises:

Frau Christa Bout, Rohrbach
Mobil: 01 74 / 6 85 55 37
E-Mail: christa.boutt-online.de

Christa Bout ist Mitglied im BVBC und hat als freiberufliche Mitarbeiterin eine Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik betreut.

Herr Stefan Geiger, Kronach
Telefon: 0 92 61 / 96 37 30
E-Mail: doppikberatungsfirma.com

Stefan Geiger  ist Mitglied im BVBC und ist mit seiner Beratungsfirma unter anderem in der Umstellung auf die Doppik tätig und unterstützt beim Aufbau der Buchführung bzw. den jährlichen Abschlüssen.

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